Die 5 wichtigsten Versicherungen für Beamte

Im heutigen Tarifdschungel zahlreicher Versicherungs- und Finanzprodukte den Überblick zu behalten, fällt selbst qualifizierten Beratern nicht leicht. Welche Tarife und Absicherungen benötige ich wirklich, welche sind weniger wichtig oder gar unnötig? Ein individuell angepasstes Vorsorge-Portfolio, welches Ihren individuellen Bedürfnissen entspricht, ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Für Beamte und Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes ergeben sich besondere rechtliche Voraussetzungen. Wir verraten, welche fünf Absicherungen nicht in Ihrem Vorsorgeplan fehlen sollten:

 1. Privat- und Diensthaftpflicht

Wer Schäden verursacht oder Rechte anderer verletzt, ist nach §823 BGB zum Schadensersatz verpflichtet. Bei unglücklichen Umständen kann ein solcher Schaden schnell Höhen erreichen, die der Verursacher nicht mehr regulieren kann. Die Haftpflichtversicherung bietet hierfür existenziellen Schutz für wenig Geld und sollte in keinem Versicherungsportfolio fehlen.

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Für Beamte, insbesondere den Vollzugsdienstleistenden, ist die Ergänzung des privaten Schutzes mit einer Diensthaftpflichtversicherung wichtig. Sie deckt das Haftungsrisiko aus Schäden, die bei der Ausübung des Dienstes verursacht werden. Zwar haftet zunächst der Dienstherr, jedoch kann dieser den Bediensteten in Regress nehmen. In Zeiten zunehmender Arbeits- und Stressbelastung eine sinnvolle und günstige Ergänzung.

 

2. Berufsunfähigkeit/Dienstunfähigkeit

Wer aufgrund von Krankheiten, Unfällen, Körperverletzungen und anderem körperlichen Verfall für einen bestimmten Zeitraum nicht mehr in der Lage ist, seinen Job auszuüben, gilt als berufsunfähig. Die finanziellen Folgen aufgrund des fehlenden oder geminderten Einkommens können mitunter verheerend sein. Die Ursachen sind vielfältig. Neben klassischen Erkrankungen an Muskeln und Knochen sind psychisch bedingte Krankheiten in den letzten Jahren auf dem Vormarsch. Der Absicherung von Arbeitskraft, mit derer Sie ihr Einkommen erwirtschaften, kommt also eine elementare Bedeutung zu.

Auf Lebenszeit verbeamtete Bedienstete genießen gegenüber dem Großteil der Bevölkerung in einem solchen Fall zwar deutliche Vorteile, jedoch liegen die Ruhegehälter und das letzte Netto-Einkommen meist weit auseinander. Aus diesem Grund sollte eine im Fall der Fälle entstehende finanzielle Lücke durch die Berufsunfähigkeits-Vorsorge abgesichert werden. Sehr wichtig ist hier eine spezielle Dienstunfähigkeits-Klausel im Bedingungswerk. Es ist davon auszugehen, dass Ruhegehälter in Bund und Ländern auch in den nächsten Jahren weiter abgesenkt werden. Zum einen steigt die Zahl der pensionierten Beamten drastisch an (Stichwort „Pensionierungswelle“) zum anderen wirkt sich der demographische Wandel in Deutschland langfristig auch negativ auf die Versorgung unserer Beamten aus. Zudem ist der zukünftige Steuerzahler, der dies finanzieren soll, sinnbildhaft nicht geboren.

 

3. Private Krankenversicherung

In Deutschland besteht seit der Gesundheitsreform 2009 die allgemeine Krankenversicherungspflicht. Beamte, die beihilfeberechtigt sind, müssen Ihre gesundheitliche Versorgung mit beihilfekonformen Tarifen absichern. Hierbei gibt es sehr viel zu beachten. Die Entscheidungen für einen Versicherer und Tarif haben weitreichende Folgen für das gesamte Leben, eine umfangreiche und detaillierte Beratung ist in dieser Sparte besonders wichtig. Nehmen Sie sich Zeit dafür!

Versicherer diMale nurse pushing stretcher gurney bed in hospital corridor with doctors & senior female patiente mit neuen Tarifen an den Markt gehen, kalkulieren meist sehr aggressiv. Doch was bedeutet das? Kunden werden mit günstigen Prämien gelockt, die auf Dauer von der Versicherungsgesellschaft nicht zu halten sind. Diese Tarife entpuppen sich spätestens im Krankheitsfall meist als teure Fehlentscheidung heraus, da wichtige Leistungen nicht oder nur unzureichend bezahlt werden und der Versicherer hohe Beitragsanpassungen (BAP) nach oben vornimmt.

Was sind Heil- und Hilfsmittel, welche Zahnleistungen übernimmt der Versicherer, was ist ein Beihilfeergänzungstarif, werden Vorsorgeuntersuchungen übernommen, was ist unter gemischten Anstalten zu verstehen, wo und wie sind die Kinder zu versichern… All das (und noch viele weitere) sind wichtige Fragen, über die ein qualifizierter Berater mit Ihnen spricht.

 

4. Private Altersvorsorge

In Zeiten des Null-Zinses schleichen sich bei vielen Sparern und Vorsorgenden zunehmend Sorgen und Zweifel ein. Zurecht! Wer trotz Sparen real Geld „verliert“, (Inflation höher als Zinsen für Sparguthaben) muss sich fragen, welchen Sinn eine solche Vorsorge noch hat. Wir sagen: einen immer noch sehr wichtigen! Entscheidend sind hier die Form der Vorsorge sowie die Art der Anlage(n). Grundlage dieser Entscheidungen sind Ihre persönlichen Ziele und Wünsche. Gegen Ende des Jahrzehntes wird es in Deutschland mehr pensionierte Beamte geben als aktive. (!) Was das für die öffentlichen Haushalte bedeutet, ist seit Langem kein Geheimnis mehr. Es darf mehr als daran gezweifelt werden, dass die Alterspensionen auch in mittel- und langfristiger Zukunft ihr jetziges Niveau halten können. Eine ergänzende Vorsorge in den langfristig richtigen Anlageformen mit breiter Streuung (Diversifikation) wird auch und gerade für Beamte zunehmend wichtiger.

 

5. Rechtsschutz

Die Rechtsschutzversicherung schützt vor finanziellen Risiken im Zusammenhang mit juristischen und behördlichen Auseinandersetzungen. Gebühren, Anwaltskosten und Gutachten können sich recht schnell zu einem beträchtlichen Betrag aufsummieren, teilweise mehrere tausend Euro. Sollten Sie einen Prozess verlieren, tragen Sie im Regelfall auch die Kosten der „gegnerischen Seite“.

Zu den wichtigsten RechtssRechtechutzbereichen gehören Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz. Vollzugsdienstleistende sind aufgrund Ihrer Tätigkeit ständig in rechtliche Auseinandersetzungen involviert. Durch Fehler und Unachtsamkeiten geraten Beamte auch selbst nicht selten in den Fokus von Ermittlungen und Anschuldigungen. Die Rechtsschutzversicherung leistet im Strafrecht jedoch nur bei Fahrlässigkeit. Da sich Amtsdelikte jedoch nur vorsätzlich begehen lassen, kann die „normale“ Rechtsschutzdeckung hier schnell nicht mehr ausreichen. Wie und woher bekomme ich eine Deckung für solche Vorsatzstraftaten? Wir beraten Sie dazu gern.